Einweihung und Jubiläum der Waldkapelle auf der Ottenegg

Sie gilt als Geheimtipp unter Wanderern, die abseits der Menschenströme ruhige Pfade gehen. Sie ist ein Ort des Innehaltens und Ruhigwerdens, ein bescheidener Wallfahrtsort, unaufdringlich, unauffällig, ja sogar gut versteckt. Geborgen von den grossen Bäumen des Staatswaldes am steilen Hang der Ottenegg, platziert auf einer sprudelnden Wasserquelle. Die St. Iddakapelle auf Mariahalden / Ottenegg. Ihre Errichtung wurde vom ersten Direktor des Vereins Kloster Fischingen aus Dankbarkeit für eine erfolgreiche Betteltour durch Europa veranlasst. Die Einweihung erfolgte 1890 im Beisein des Bischofs von Basel, Leonhard Haas. Die Kapelle wird also 125 Jahre alt! Zum hohen Geburtstag wurde sie im Sommer 2015 erneuert und für die Zukunft gerüstet.

Das Dach hatte eine gründliche Erneuerung nötig, und der Dachreiter erhielt neue Schindeln. Eine neue aber bescheidene Möblierung gestaltet den Ort einladender. Die Schäden an den Mauern wurden behoben. Der wuchernde Wald rundherum ist ausgelichtet worden. Ein Facelifting für eine alte Dame, nicht um sie aufzutakeln, sondern ihre würdige Patina nachhaltig zu erhalten, zur Freude aller, die diesen meditativen Ort besuchen.

Neben der am Abhang versteckten Kapelle wurde auf der Anhöhe eine Marienstatue auf einer hohen Säule angebracht, die in den nächsten Jahren ebenfalls Erneuerungsbedarf hat. Beide Anlagen stehen auf dem Boden des Staates Thurgau, gehören jedoch dem Verein Kloster Fischingen. Es besteht ein unbefristetes Baurecht.

Die Ottenegg ist unbestritten ein besonderer Ort, still, mit bester Aussicht bis auf die Hegau Vulkane, dem die St. Iddakapelle auf Mariahalden und die Marienstatue zusätzlich einen religiösen und spirituellen Charakter verleihen. Um dieses kleine Paradies zu erhalten, führt der Verein Kloster Fischingen eine Geldsammlung durch, IBAN CH48 0900 0000 8500 2502 6 / Vermerk: Ottenegg

 

Die Einweihungs- und Jubiläumsfeier findet am Bettag, 20. September 2015 statt.

Programm

  • 09.30 Uhr: Gottesdienst mit Kollekte für die Kapelle / Mitwirkung der Jodelgruppe Klancanto, Güttingen, Leitung Guido Rüegge
  • 10.45 Uhr: Einfaches Mittagessen in der Turnhalle
  • 11.45 Uhr: Wanderung auf die Ottenegg, parallel dazu Fahrgelegenheit.
  • 13.15 Uhr: Segnung der Kapelle durch P. Gregor Brazerol
  • Abgabe eines Getränks, Rückkehr zu Fuss oder mit Shuttle-Bus

Keine Zufahrt zur Ottenegg mit Privatfahrzeugen, höchstens bis Parkplatz Au.

Wer nicht anlässlich der Einweihung am Bettag dabei sein kann oder will, sondern diesen besonderen Ort lieber allein und individuell besucht, hat dazu verschiedene Möglichkeiten.

Man kann die Wanderung beim Kloster Fischingen beginnen (Bushaltestelle, Parkplatz, Restaurant) oder in Au (grosser Parkplatz).

Von Fischingen folgt man dem kantonalen Wanderweg mit der gelben Markierung über Neuschür, nach dem Hof vor dem Waldeingang links und dann dem Strässchen rechts folgen. Steil aufwärts erreicht man zuerst die Iddakapelle und nach einem weiteren steilen Aufstieg die Mariastatue. Wer den Abstieg über Ottenegg Bleiken wählt und dann dem Pilgerweg zurück nach Fischingen folgt, braucht für die Rundwanderung ca. 2 Stunden. Für den Rückweg über Höll-Neu Kappegg-Au muss man eine knappe Stunde dazurechnen. Wer es sportlich mag und die höchste Erhebung im Thurgau besteigen will, macht die Schlaufe über Höll-Grat-Holenstein-Allenwinden-Anderwil-Au, was dann insgesamt ca. 3 ½ Stunden dauert.

Welche Variante man immer wählt, es lohnt sich gemütliches Wandern, was aber etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt. Denn immer wieder geniesst man neue Ausblicke, sei es weit hinaus in den Thurgau bis zum Bodensee, hinunter in den Talkessel mit dem Dörfchen Au, hinüber zum Grat mit Buchegg, übers Murgtobel zur Iddaburg oder hinauf ins Toggenburg und in den Alpstein.

Interaktive Wanderkarte

Download Routenblatt: Monatswanderung September 2015