Über den Tanneggergrat – faszinierend und abwechslungsreich

Eine Wanderung über den Tanneggergrat ist besonders attraktiv im Herbst, wenn der Wald nach dem Laubfall die Fernsicht freigibt. Sie ist dann aber auch besonders anspruchsvoll, weil das feuchte Laub am Boden das ebenfalls feuchte Wurzelwerk zudeckt und den Weg stellenweise ziemlich rutschig macht. Da ist Vorsicht geboten, denn an einigen Stellen ist der Weg sehr schmal und das Gelände auf beiden Seiten steil abfallend. Geeignete Wanderschuhe sind unentbehrlich, Stöcke geben zusätzliche Sicherheit. In diesem urwaldähnlichen Gebiet mit den Nagelfluhfelsen lebt übrigens eine Kolonie von Gämsen. Mit etwas Glück bekommt man sie zu sehen.

Wir starten im Zentrum von Dussnang beim Wegweiser an der Brücke über den Tanneggerbach und folgen dem Weg bachaufwärts. Bei der Holzbrücke verlassen wir den Wanderweg Richtung Staatsstrasse (Tanneggerstrasse) und folgen dieser Richtung Tannegg bis wir rechts den Wegweiser sehen, der uns steil rechts hinauf zum Tanneggergrat lenkt. Eine Tafel bei der Burgruine Tannegg lässt uns in die Hintergründe dieses historischen Ortes blicken. Bis zum Weiler Niederwies folgt jetzt die Königsetappe, die Gratwanderung. Knorrige Bäume, die auf dem trockenen Nagelfluhfels ihren Überlebenskampf führen, säumen den Weg. Das kräftige Wurzelwerk weist darauf hin, dass eine gute Verankerung hier ein wichtiger Teil der Überlebenskunst ist. Der Wanderwegweiser bei Niederwies ist etwas versteckt in einer Hecke. Bald folgen wir ein Stück weit der Strasse, die von Bichelsee nach Sitzberg führt, bis der Wanderweg rechts aufwärts in Richtung Hochwacht abzweigt. Eine neu erstellte Waldstrasse führt uns bis nach Sitzberg, wo wir uns im Restaurant Sternen verpflegen können. Von hier kann man verschiedene Abstiege zurück zum Ausgangspunkt wählen:

  • über Speck – Unterspeck – Schurten – Hatterswil.
  • über Chrinnenberg – Wald – Boden – Riet – Schurten.
  • über Sedelegg (Ratsplatz mit Feuerstelle, Aussichtspunkt mit Panoramatafel) – Siggisegg – Oppel – Schurten (Restaurant Mühle).
  • über Zinggen – Buchegg (Feuerstelle, Aussichtspunkt) – Vorderthal – Erlen. Diese Variante erfordert rund 4 Stunden, belohnt aber auch mit besten Aussichten auf dem Panoramaweg zwischen Sitzberg und Zinggen.

 

Auffallend sind die vielen Grenzsteine. Auf dem Tanneggergrat markieren sie die Gemeindegrenze zwischen Fischingen und Bichelsee-Balterswil, nachher erkennen wir die Kantonsgrenze zwischen Thurgau und Zürich.

 

Für diese Wanderung sollte man einen Tag mit klarer Fernsicht wählen, damit man nicht nur die Anstrengungen des Auf- und Abstiegs hat, sondern auch den Genuss der Fernsicht mit immer wieder wechselnden Ausblicken.

 

In Dussnang bieten die Restaurants Brückenwaage, Parkcafé und Rössli sowie das Kaffee Tannzapfe im Kneipphof alles, was müde Wanderer gern haben.

Interaktive Wanderkarte

Download Routenblatt: Monatswanderung November 2015