Wunder-Wandernacht auf dem Pilgerweg

 

Im Ursprungsland der Tannenzapfen

schier pilger-fromm herum zu stapfen,

dazu lud der Verkehrsverein

Fischingen Wanderfreunde ein.

Sie kamen gern aus allen Ecken,

den Hinterthurgau zu entdecken

in dieser Wunder-Wandernacht.

Wie hat sie alle reich gemacht:

Noch vor dem Sonnenuntergang

geht es der jungen Murg entlang.

St. Martin ist in Oberwangen

parat, die Wandrer zu empfangen

in seiner freundlichen Kapelle.

Frisch gestärkt durch diese Quelle,

winkt bei einem Schützenstand

ein Zwischenziel: „E Worscht vo Hand –

e Schlückli Pier…“, wer wollt’s verachten?

(Langsam beginnt es einzunachten…).

Noch ist ein Hoger zu erklimmen.

Sogar Glühwürmchen wollen glimmen.

Sie konkurrieren mit dem Mond,

der rund und schön am Himmel thront.

Er gibt nach allen Seiten hell.

Die Sage von St.Iddazell

macht im Nachtwand(l)er-Volk die Runde.

Nur einer fehlt zu später Stunde:

Der Hirsch mit leuchtendem Geweih

hat heute offensichtlich frei.

Indessen werden dann nach Plan

die Klostertüren aufgetan.

Der Einblick, den Direktor Ibig

gewährt, ist lehrreich und ergiebig.

Und als dann nach dem letzten Rank

ein Dessert winkt (der Bank sei Dank)

ist es, weiss Gott, gar nicht mehr weit

zur irdischen Glückseligkeit….

 

Mit diesen Reimen dankt Hans Ruedi Fischer (fis) aus Wildhaus den Veranstaltern der Wanderung auf dem Pilgerweg von Sirnach nach Fischingen. Der Schreiber hatte 1990 das Festspiel „Üses Ziel isch de Wäg“ zum 1200-Jahr-Jubiläum von Sirnach verfasst und war darnach über Jahre als „Schlusslicht“ einer Pilgergruppe unterwegs. Im April 2005 kam er in Santiago de Compostela an.